Wir wollen einen Hund (1)

Vor der Anschaffung zu bedenken

Sie möchten sich einen Hund ins Haus holen? Wunderbar! Es gibt kaum etwas Schöneres als das Leben mit Hund, finde ich.

 

Die Gründe für einen Hund brauche ich hier wohl nicht aufzuführen, schließlich weiß jeder potentielle Hundebesitzer selbst, warum er/sie ein Hundchen aufnehmen will.

Auch das Stöbern durch meine Seiten kann hilfreich sein.

 

Jedoch gibt es vor der Anschaffung eines Hundes einiges zu bedenken:

Nicht jeder Mensch / jede Familie ist für einen Hund geeignet, auch wenn sich der Mensch das noch so sehr wünscht.

Folgende Fragen sollte sich jeder zukünftige Hundehalter stellen und ehrlich beantworten.

1. Besteht der Wunsch schon länger             oder ist es eine "spontane" Idee?


2. Sind alle Familienmitglieder mit der         Anschaffung eines Hundes 

    einverstanden?


3. Gehen Sie gerne nach draußen?

     Nicht nur wenn die Sonne scheint und      es schön warm ist, sondern auch bei        Regen, Wind, Kälte, Schnee und Eis?


4. Haben Sie einen Garten?

     Idealerweise eingezäunt?


5. Wohnen Sie im eigenen Haus oder zur      Miete?

 

6. Sind Sie unempfindlich gegenüber           Dreck, Hundehaaren und "diversen"           Gerüchen?

 

7. Sind Allergien bekannt?

 

 

8. Haben Sie genügend Zeit für den             Hund?


9. Haben Sie genügend finanzielle Mittel     um auch für alle laufenden Kosten wie     Futter, Leckerlis, Tierarzt                             Medikamente, Steuer, Versicherung,

    usw. aufzukommen (und zwar für die       nächsten gut 15 Jahre)?


10. Sind Sie bereit den Hund auch bei            Ihrer Urlaubsplanung zu berück-                sichtigen?


11. Besitzen Sie Verantwortungsgefühl?

 


Falls Sie alle 10 Fragen aus vollem Herzen mit "Ja" beantworten können, brauchen Sie die folgenden Hinweise nicht zu lesen.

 

 

Sind Sie noch unsicher, will ich Ihnen gerne einige Erläuterungen zu oben genannten Fragen geben.

 

Zu 1.)

Spontane Hunde-Käufe landen leider immer wieder im Tierschutz, weil die Aufgaben und die Verantwortung, die mit einem neuen Lebewesen einhergehen, schlichtweg nicht durchdacht bzw. unterschätzt werden.

Ein Tier ist kein Spielzeug oder Auto, das ich bei Nichtgefallen wieder zurückgeben oder in die Ecke stellen kann. Es ist ein Lebewesen, das geliebt werden will und das leidet, tust du es nicht!

 

Zu 2.)

Ist ein Partner mit dem Einzug des Hundes nicht einverstanden, wird es schwierig. Der Hund soll ja Familienmitglied werden und von allen geliebt und versorgt werden. Natürlich können Sie Überzeugungsarbeit leisten. Ist der Partner aber immer noch dagegen und wird trotzdem ein Hund angeschafft, leidet früher oder später der Hund - oder die Partnerschaft.

 

Auch sollten Sie niemals einen Hund kaufen, nur weil Ihr Kind sooo gerne einen Hund möchte und die Freundin schließlich auch so einen braven Hund zuhause hat.

Ganz gleich wie alt Ihr Kind ist, wenn Sie eigentlich keinen Hund wollen, sollten Sie auch keinen anschaffen. Denn die meiste Arbeit, die Kosten und die Verantwortung liegt bei Ihnen.

Und kommt das Kind in die Pubertät oder wird mit der Schule fertig, liegen die Interessen nicht unbedingt beim Hund, der auch nach dem Auszug des inzwischen jungen Erwachsenen bei Ihnen bleiben wird.  

 

Zu 3.)

Dass Hunde regelmäßig an die frische Luft müssen, ist kein Geheimnis. Wer also nicht bereit ist, auch bei - ich sag mal - "ungemütlichem" Wetter spazieren zu gehen, sollte sich besser keinen Hund anschaffen, sondern vielleicht lieber eine Katze oder - Fische.

 

Zu 4.)

Natürlich kann man auch einen Hund ohne Garten halten. In der Großstadt machen das viele Menschen und den Hunden geht es ganz sicher nicht schlecht dabei, wenn der Mensch sich Mühe gibt.

Ich aber finde, dass es einem Hund gut tut, sein eigenes Revier sozusagen vor der Nase zu haben, in dem er toben, rennen, spielen und "Hund sein" kann. Einen Garten, in dem er zusammen mit seinen Menschen die Sonne und den Wind genießen kann, Stöckchen fangen und Schneemänner bauen.

Und für den Menschen ist es gut, weil es einfach immer mal wieder Tage gibt, an denen der Spaziergang nur kurz möglich ist oder ausfallen muss, z.B. weil man krank ist oder sehr viele Termine zusammenkommen oder man - ehrlich gesagt - einfach mal keine Lust hat.

Der Hund kann sich im Garten austoben und ist trotzdem glücklich.

 

Zu 5.)

Sollten Sie zur Miete wohnen, klären Sie unbedingt vor der Anschaffung des Hundes ab, ob Sie ihn auch halten dürfen. Mietvertrag!

 

Zu 6.)

Hunde machen Dreck, verlieren ihre Haare (zumindest nahezu alle Rassen), wälzen sich gelegentlich gerne in diversen unappetitlichen "Dingen", laufen durch Schlammpfützen und danach schwanzwedelnd zu Ihnen, stinken nach feuchtem Fell, Marderkot und altem Fisch (je nachdem wo Sie spazieren waren),...

Das muss alles nicht, ist aber sehr wahrscheinlich und jeder Hundehalter kann Ihnen da so seine Geschichtchen erzählen.

Wenn Sie also ein sehr penibler Mensch sind, der jedes Stäubchen dreimal wegputzt, sollten Sie vom Kauf eines Hundes absehen. 

 

Zu 7.)

Sollten in Ihrer Familie Allergien bekannt sein, klären Sie dies bitte genau ab und überlegen Sie zusammen mit Ihrem Arzt (oder Heilpraktiker), ob ein Hund in Frage kommt und welcher es sein könnte.

 

Zu 8.)

Zeit - einer der wichtigsten Aspekte, die bedacht werden müssen.

Wenn alle Erwachsenen Vollzeit arbeiten und den ganzen Tag, d.h. mindestens acht Stunden in der Arbeit sind, sollten Sie sich bei aller Liebe, die Sie zu geben bereit sind, keinen Hund anschaffen.

Jeder Hund kann lernen eine gewisse Zeit alleine daheim zu bleiben, v.a. wenn es ihm gut geht und er ausgelastet ist. (Bei mehr als einem Hund ist es natürlich noch einfacher.) Aber mehr als fünf / sechs Stunden am Stück sollten es nicht sein.

Das heißt auch, dass ich morgens mehr Zeit einplanen muss, damit sich der Hund schon vorher gut austoben kann. Wir stehen z.B. schon um ca. 5 Uhr auf.

Heißt auch, dass ich meinen Tagesplan so organisiere, dass die Beschäftigung und die Bewegung mit dem Hund nicht zu kurz kommen.

Falls Sie von einem Welpen träumen, müssen Sie natürlich für die ersten Wochen noch mehr Zeit einplanen.

Überlegen Sie genau und sprechen Sie sich mit anderen Familienmitgliedern ab, ob genug Zeit für einen Hund da ist.

 

Zu 9.)

Ein Hund kostet Geld. Nicht nur in der Anschaffung und für Zubehör wie Körbchen, Decke, Brustgeschirr, Leine, Näpfe, Spielzeug, usw., sondern es müssen v.a. auch die laufenden Kosten bezahlt werden: Futterkosten incl. Leckerlis und "Kauspaß", Hundesteuer und Haftpflichtversicherung, Tierarztkosten bei Impfungen oder Krankheiten, Medikamente (z.B. Zeckenmittel) und ggf. Hundeschule. Da kommt, je nach Größe und Alter des Hundes einiges zusammen.

Berechnen Sie vor der Anschaffung, ob Sie dies für die nächsten rund 15 Jahre bewältigen können. Denn wie schade wäre es, wenn Sie Ihren geliebten Hund aufgrund finanzieller Schwierigkeiten abgeben müssten.

 

Zu 10.)

Regelmäßig zu den Ferienzeiten nimmt die Zahl ausgesetzter Hunde (und Katzen) zu, werden mehr Tiere in den Tierheimen (wegen "Umzug", "Allergie", "Zeitmangel" oder "Überforderung") abgegeben. Bei einigen mag der angegebene Grund ja stimmen, komisch nur, dass es so oft zeitlich mit den Ferien zusammentrifft.

Damit Ihrem Hund dieses Schicksal erspart bleibt, überlegen Sie bitte, ob Sie bereit sind

- ggf. auf einen Urlaub zu verzichten

- ein Urlaubsziel auszuwählen, bei dem Sie den Hund mitnehmen können

- die Unterbringung in einer guten Tierpension zu finanzieren

bzw. ob Sie eine vertrauenswürdige und zuverlässige Person kennen, die Ihren Hund während Ihrer Abwesenheit betreut

 

Zu 11.)

Wenn Sie - und davon gehe ich aus - ein verantwortungsvoller Mensch sind,

- nehmen Sie sich die Zeit alles mehrmals und gründlich zu überdenken und mit den Menschen in Ihrer Familie zu besprechen

- ist Ihnen klar, dass ein Tier ein Lebewesen ist, das Fürsorge, Liebe, Beschäftigung und Erziehung braucht und kein Spielzeug, das ich in die Ecke stellen kann, wenn ich genug davon habe oder abgebe, wenn es schwierig wird

- ist Ihnen bewusst, dass der Hund als Familienmitglied zu Ihnen ins Haus gehört und nicht in einen Zwinger

- suchen Sie sich Rat und Hilfe (z.B. in einer guten Hundeschule), wenn es Schwierigkeiten mit dem Hund geben sollte

- achten Sie darauf, dass Mensch und Hund im gesunden Miteinander leben


"Die Liebe zu einem Hund

 

gibt dem Menschen große Kraft."

 

                                                           (Seneca)

 


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