Jetzt geht es rund (1.)

Zwei kleine Kätzchen ziehen ein 

Zwei Hund sind schon im Haus und nun sollen zwei kleine Kätzchen dazu.

Wie geht das?

 

Diese Frage stellen sich wohl viele Menschen, die sowohl Hunde als auch Katzen lieben.

 

Das Problem liegt -  wie so oft - in der Kommunikation.

 

Wedelt der Hund mit seiner Rute, hat er normalerweise Lust zu spielen. 

Schwingt der Katzenschwanz hin und her, ist Vorsicht geboten.

"Komm mir nicht zu Nahe!", sagt sie damit.

Und hebt sie dann auch noch ihre Pfote, versteht der Hund, für den dies eine deutliche Spielaufforderung ist, gar nichts mehr.

 

Und natürlich darf nicht außer Acht gelassen werden, dass den meisten Hunden ein Jagdinstinkt in den Genen liegt und sie mit Freuden demjenigen hinterherlaufen, der sich rasch von ihnen wegbewegt.

Da kann Hund erst mal gar nichts dafür.

 

Aber wie stelle ich es am geschicktesten an, diese "Sprachbarrieren" zu überbrücken, wenn ich zu den Menschen gehöre, die Hunde und Katzen lieben und gemeinsam mit ihnen leben will?

 

Ich denke, zuerst einmal muss man

seine Hunde kennen und über deren rasse- typischen Eigenschaften Bescheid wissen.

 

Habe ich einen reinrassigen Hund,

weiß ich in der Regel wie ausgeprägt

z.B. sein Jagdinstinkt ist (oder kann es nachlesen!)

 

Einen reinen Jagdhund würde ich nur sehr bedingt mit einer Katze zusammenbringen.

Obwohl dies durchaus auch möglich ist.

 

Bei Mischlingen, besonders wenn gar nicht klar ist, wer da so alles mitgemischt hat, ist es etwas schwieriger.

 

 

 

Wie ist der Hund aufgewachsen? Hat er schon Erfahrungen mit Katzen? Welche?

 

Wie ist er sozialisiert?

 

Wie ist sein Wesen?

Souverän und selbstsicher? Oder unsicher, ängstlich, gar ein Angstbeißer?

 

Wie groß ist die Bindung zu seinen Menschen?

Lässt er sich gut handeln oder macht Hund grundsätzlich das was Mann / Frau nicht will?

 

Wie verhält er sich, wenn er Katzen beim Spaziergang sieht bzw. Miezen sein Revier betreten?

 

Wie groß ist das Vertrauen des Menschen zu sich und zu seinem Hund?

 

Möchte ich wirklich beide Tiere in meinem Leben haben oder ist es nur eine vorübergehende Idee?

Nach dem Motto: Wenn`s nicht klappt, geb ich die Katzen halt wieder her.

 

Und last but not least muss ich überlegen, welche Katzen zu meinen Hunden passen könnten.

 


Auch wir haben uns lange Gedanken gemacht.

 

 

Frisco und Sara waren beide Mischlinge und uns nur grob bekannt, welche Rassen welchen Teil dazu gegeben haben.

 

Bei Frisco waren auf jeden Fall Golden Retriever und Riesenschnauzer beteiligt.

Und von Sara wussten wir Labrador und Schäferhund und vermuteten zusätzlich irgendeine Laufhund-Rasse, weil sie so extrem ausdauernd war.

 

Mehr war uns nicht bekannt.

 

 

Als Frisco zu uns kam, war er ca. 2 Jahre alt und ziemlich isoliert aufgewachsen, ohne Katzen in der Familie. 

 

Sara war 11 Monate alt und abgegeben wegen Umzugs.

 

 

Über die ersten Lebenswochen der beiden wussten wir nur, dass Frisco als Welpe von einem Bauernhof geholt worden war.

Beide Hunde waren trotz der widrigen Umstände ihrer frühen Lebensphase gut sozialisiert. 

 

Jagdtrieb war durchaus vorhanden und beide wären mit Freuden Hasen und Rehen hinterher, wenn wir sie denn gelassen hätten.

 

 

Und während sich Sara bei Katzen in der Nähe sehr desinteressiert zeigte, flippte Frisco regelrecht aus, fiepte und winselte und ließ sich kaum noch zur Ruhe bringen.

 

In unseren Ohren klang es aber eher nach: hey, ich bin dein Freund. Ich will unbedingt mit dir spielen!


Auf jeden Fall sagte uns unser Bauchgefühl, dass es klappen könnte.

 

Was die Auswahl der Katzen betraf, so dachte ich entweder an eine hundeerfahrene Katze oder kleine Kitten.

 

Letztendlich fiel die Entscheidung, kleine Kitten zu nehmen. 

 


Da auch unsere Hunde aus dem Tierschutz stammten, kontaktierten wir das ansässige Tierheim.

An jenem Tag war eine ganze Menge junger Kätzchen angekommen. Darunter auch drei ca. acht Wochen alter Kätzchen, die zwei Wochen in der Wohnung allein zurückgelassen worden waren.

Die Entscheidung fiel rasch: der graue Kater und die schwarz-weiße Kätzin, Rizzi (1) und Wanda(1).

 

 

Glücklich und aufgeregt packten wir die zwei Kleinen ins Körbchen und fuhren nach Hause.

 

 

Daheim angekommen brachten wir die beiden erst einmal ins Katzenzimmer.

 

Beide kamen sofort neugierig aus dem Transportkorb und erkundeten die neue Umgebung.

 

 


Und während unsere neuen Familienmitglieder sich nach einer guten Portion Futter von den Strapazen des Tages erholten, gingen wir mit den Hunden nach draußen, damit sie später bei der Begegnung schön ausgeglichen sind.

 

Eine Freundin, die selbst Hunde und Katzen hat, gab uns den Tip, den Hunden das Analgesicht der Katzen zu zeigen. Dann würden die Hunde die Katzen schneller als Rudelmitglieder akzeptieren. 

Okay, das leuchtete uns ein. 

Wir wickelten die Kleinen nach einander in ein Handtuch und ließen die Hunde deren Geruch aufnehmen. Sara schlabberte gleich drüber.

 

Wanda und Rizzi störte die Prozedur gar nicht groß.

Dann war der spannende Moment gekommen: Wir ließen alle Tiere frei laufen. Die Miezen suchten sich wie erwartet erst einmal ein sicheres Versteck unter der Couch. Sara spürte wohl die Angst der Kleinen und verzog sich auf eine Decke im Treppenhaus.

Frisco fiepte wie erwartet, ließ sich aber - Kuschelbär, der er war - mit Streicheleinheiten wunderbar ablenken.

Die Zusammenführung verlief wunderbar unspektakulär. Stunde um Stunde tauten die Katzen weiter auf, Frisco wurde gelassener und Sara hielt sich raus, d.h. verhielt sich eigentlich wie immer.

 

 

Diese ersten Bilder mit Hund und Katz machten mich sehr glücklich. Ein Traum war in Erfüllung gegangen.


 

Leider währte dieses Glück nicht lange.

Wanda und Rizzi fressen nicht mehr, haben Durchfall und Erbrechen. Bei meiner schönen schwarz-weißen Wanda begann es zuerst. Die Tierärztin kann sie nur noch erlösen.

Das war acht Tage nach ihrem Einzug.

Rizzi stirbt vier Tage später.

Nach nur 12 Tagen nahm mir die Katzenseuche meinen Traum von einem Leben mit Hund und Katz.

 

 


 

 

Aber natürlich sollte es dabei nicht bleiben!



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Kommentare: 1
  • #1

    Marion Merz (Dienstag, 01 März 2016 09:09)

    hab mir ganz schnell ein paar Minuten genommen, zwischen Gassi und Phisio, um mich reinzulesen, just war ich wieder für ein paar Momente um Jahre zurück versetzt! Und, ich musst weinen!! ich weiß noch genau, wie du die beiden kleinen zu dir genommen hast, und deine 2 wunderbaren Hunde, Sara und Frisco, Alle nicht mehr da!! Aber - wunderschön geschrieben Beate! werde in sehr zeitnah deine ganze Seite durchstöbern......... Ich liebe wie du schreibst, wußte immer, dass ist deins..........