Über mich


Ich bin weder ausgebildete Tiertrainerin noch Tiertherapeutin, sondern Grundschullehrerin.

 

Alles was ich hier schreibe, habe ich mir entweder angelesen, in Gesprächen mit anderen Hunde- und Katzenbesitzern erfahren, in verschiedenen Hundeschulen gelernt oder einfach beobachtet.

 

Das heißt, ihr werdet hier keine wissenschaftlich fundierten Artikel finden.

 

Mir war aber immer schon wichtig, möglichst viel zu wissen. Deshalb stehen in meinem Bücherregal jede Menge Bücher und DVDs über Hunde und Katzen.

Von denen das eine und andere auch schon im Müll landete, denn je mehr man liest, erfährt und beobachtet desto besser kann man entscheiden, was sich richtig oder falsch anfühlt.

 

Mit meinen Katzen lief alles immer recht unproblematisch, mit meinen ersten beiden Hunden auch. Aber jeder weitere Hund brachte so sein eigenes Päckchen an Aufgaben mit ins Haus, die gelöst werden wollten.

Das war nicht immer einfach, mehr als einmal geriet ich an meine Grenzen. Dafür lernte ich von diesen Tieren am meisten, über Erziehung und Wesen des Hundes - und über mich.

 

 

Tierischer Lebenslauf

... oder "Wie alles begann"

 

Woher meine Liebe und Leidenschaft für Tiere, insbesondere für Hunde und Katzen kommt, kann ich nicht sagen. Aber wer kann das schon?

Vielleicht liegt es mir in den Genen, schließlich hatte mein Vater als junger Mann einen Hund. Leider starb er viel zu früh und ich wuchs ohne Haustiere auf.

Auch in meiner Verwandtschaft und in meinem Freundeskreis hatte niemand ein Tier.

Dennoch, die Sehnsucht nach Hund oder Katze war mein ständiger Begleiter.

Katzenbegegnung mit Folgen

 

Mit Katzen kam ich zuerst näher in Kontakt, als sich eine Freundin eine Katze zulegte, die dann nach einer Weile auch noch Junge bekam.

Für meine Mutter wenig verwunderlich nahm ich eines der jungen Kätzchen als Studentin bei mir auf.

Der Anfang meiner "Tierhalter-Laufbahn" war gemacht, allerdings mit Unterbrechung.

Noch völlig unwissend im Umgang mit Tieren lief mir meine kleine Mogli nach einem ziemlich chaotischen Umzug weg und ich konnte sie nirgends mehr finden.

Danach war erst einmal Pause. Im Wohnheim war Tierhaltung verboten, finanzielle Sicherheit nur bedingt vorhanden, dafür die Erkenntnis, dass erst Ordnung in mein Leben einkehren muss, bevor ich die Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernehmen kann.

So vollendete ich mein Studium und mein Referendariat, zog mehrmals um, heiratete, begann zu arbeiten und besuchte gelegentlich das ortsansässige Tierheim, um meine Sehnsucht zu befriedigen.

Auf den Hund gekommen

Angst und Faszination, gepaart mit der Sehnsucht nach dem sprichwörtlichen treuen Freund, der mit einem durch dick und dünn geht.

Tatsächlich hatte ich vor Hunden, insbesondere vor den großen, ziemlichen Respekt (man kann es auch Angst nennen). Als Schülerin musste ich auf meinem Heimweg immer an einem Grundstück ohne Zaun vorbei, in dem ein großer Schäferhund lebte. Und immer wieder sprang dieses "Monster" (so empfand ich damals) an mir hoch. Schrecklich! Meine erste Hundebegegnung sozusagen.

Die Faszination aber blieb.

Sah ich zum Beispiel beim Fahrradfahren oder Spazierengehen frei laufende Hunde, hieß das für mich: Augen zu bzw. auf den Boden und durch.

Die Faszination aber blieb.Zum Glück wurde ich aber nie verletzt, schlimmstenfalls bedrängt. Sonst wäre vielleicht alles anders gekommen.

Mein erstes Hundebuch (über Golden Retriever) kaufte ich mir, als ich noch Jahrzehnte vom eigenen Hund entfernt war.

Lesen und Wissen ist mir bis heute wichtig.

Cairnterrier - Rüde Struppi,  Annäherung

 

Im Haushalt meines damaligen Freundes (und heutigen Ehemannes) lebte ein frecher kleiner Hund: Struppi, ein schwarz-grauer Cairnterrier,  vor vielen Jahren aus dem Tierheim ins Haus geholt.

Er war eigensinnig bis stur, eben ein echter Terrier und auch nicht wirklich erzogen, aber lieb. Und - er hatte eine für mich akzeptable Größe. Mit ihm machte ich meine ersten "Gassi - Erfahrungen". Es war ein schönes Gefühl, mit einem Hund an der Leine durch die Gegend zu laufen, auch wenn dieser kleine Kerl auf dem Hinweg immer schön munter marschierte und auf dem Rückweg, wenn allmählich sein Zuhause in Sicht kam, immer langsamer und langsamer wurde.

 


Struppi war wirklich ein besonderer und lustiger Vertreter seiner Art.

 

Er starb mit sage und schreibe 19 Jahren

und ich bin dankbar, dass er mir ein wenig vom Hundewesen beibrachte.


Schäferhündin Rexi, Wegbereiterin

 

Eines Tages erzählte mein Mann Christian, eine Freundin seines Vaters habe eine ausgesetzte junge Schäferhündin gefunden, die dringend ein neues Zuhause suche. Struppis Körbchen war frei, so beschloss mein Schwiegervater die Hündin bei sich aufzunehmen. Damals war sie ca. ein halbes Jahr alt.

Er nannte sie Rexi (Kommissar Rex war damals in aller Munde).

Unsere erste Begegnung war - umwerfend.

 

Eigentlich hätte mein Mann sie gerne aufgenommen, aber unsere Wohnsituation war für einen Hund dieser Größe nicht geeignet.

 

 

 

Er brachte sie mit und rief mir vom Flur aus zu, ich solle sie mir ansehen. 

In meiner Vorstellung war ein Schäferhund diesen Alters ein kleines putziges Hündchen. Als ich aber in den Gang trat, stand mir eine große Hündin gegenüber, die sich schwanzwedelnd auf mich stürzte. Im ersten Moment erschrocken erkannte ich doch sogleich, wie sensibel dieser Hund ist (wie im Übrigen viele Hunde - weiß ich heute).

Sie agierte mit mir viel ruhiger und vorsichtiger als mit Christian, der kaum Scheu vor Hunden hat und keine Angst kennt.

 

Der Samen für eine lebenslange Freundschaft war gesät.

 

Und natürlich kaufte ich mir ein Buch über Schäferhunde. Ich wollte möglichst viel über diese Hunderasse wissen.

 

 

Mein Schwiegervater machte zu der Zeit eine berufliche Weiterbildung, die ihn zwang, in unregelmäßigen Abständen für zwei oder drei Wochen zu verreisen.

Rexi konnte nicht mit und kam - wohin sonst? - zu uns.

Da Christian seinen Vater auch in der Praxis (Massage und Physiotherapie) vertrat, funktionierte das problemlos. Rexi kam wie gewohnt mit zur Arbeit (sie hatte dort einen eigenen kleinen Garten und ein kuscheliges Plätzchen im Büro) und Christian ging morgens und mittags mit ihr spazieren.

Und ich? Ich verlor ganz allmählich die Scheu vor diesem großen Hund.

Diese wunderbare Schäferhündin zeigte mir durch ihr empfindsames und kluges Wesen, dass ich mich nicht zu fürchten brauche. Und immer öfter nahm auch ich bei den gemeinsamen Spaziergängen ihre Leine in die Hand.


Es kam das Wochenende, das ich nie vergessen werde und den Grundstein legte für all die Tiere, die folgen würden.

 

Sowohl mein Schwiegervater als auch mein Mann mussten über das Wochenende verreisen.

"Wohin mit Rexi? Kannst du sie nicht nehmen?"

Klar, dass diese Frage kam.

Ich wollte schon - irgendwie, und gleichzeitig war mir in meiner Unerfahrenheit im Umgang mit Hunden doch ziemlich mulmig. Rexi war groß und stark, ich unsicher und ängstlich. Und jedes Kind weiß schließlich, dass Hunde das genau spüren.

 

Doch dann siegte die Liebe zum Tier oder das Verantwortungsgefühl oder das Bedürfnis, mir etwas beweisen zu wollen - oder alles miteinander, keine Ahnung.

Tatsache war, Christian fuhr weg und Schäferhündin Rexi kam.

 

Es wurde ein spannendes Wochenende.

Daheim im Haus war alles klar. Saß sie auf der Couch hoch aufgerichtet neben mir, war mir nicht gerade pudelwohl in meiner Haut. Spaziergänge in belebten Gegenden (Hundebegegnungen möglich) verursachten mir Herzklopfen.

Aber der Hund soll sich schließlich wohl fühlen und raus muss das Mädel auch.

Also los!

Es klappte! Es klappte sogar wunderbar! Rexi, obwohl kaum erzogen, reagierte auf das leiseste Wort, auf die kleinste Bewegung. Sie zeigte mir worauf es ankommt.

 

Als mein Mann Sonntagnachmittag heimkam, saßen der Hund und ich völlig entspannt auf der Couch, Rexis Kopf auf meinem Schoß und schauten uns Titanic im Fernsehen an.

 

 

Die Bindung, die an diesem Wochenende entstand, zwischen diesem Hund und mir, hielt bis zu ihrem Tod und sozusagen darüber hinaus, hatte sie mir doch gezeigt, dass Hunde tolle Wesen sind und dass ich damit zurechtkommen kann (das hatte ich mir vorher so nicht zugetraut).

 

Leider starb sie viel zu früh an Knochenkrebs. Und hinterließ ein Vermächtnis: Ohne Hund wollte ich nicht länger sein, am liebsten ein großer.

In der Zwischenzeit waren wir in ein Haus mit großem eingezäuntem Garten gezogen und der Gedanke an einen eigenen Hund ließ mich nicht mehr los.

 

Wie es weitergeht, könnt ihr auf den nächsten Seiten lesen.


Ein mancher von euch, der nie Angst vor Hunden gehabt hat, mag sich vielleicht denken, warum hat sie sich so angestellt.

Jemand, der auch heute Angst vor Hunden hat, kann vielleicht nicht verstehen, warum ich trotzdem unbedingt einen haben wollte.

Wie das alles wirklich zueinanderpasst, weiß ich nicht. Ob das "normal" ist, auch nicht. Für mich war und ist es richtig.

Und von Vorteil. Da ich weiß, wie ein Mensch mit Hunde - Angst sich fühlt, achte ich immer sehr darauf, dass sich vor meinen Hunden niemand zu fürchten braucht. Das heißt, meine Hunde bleiben bei mir, wenn Kinder, Jogger, Mountainbiker,... kommen, notfalls im Sitz und an der Leine. Das tut niemandem weh und ist gleichzeitig eine gute Übungseinheit. Danach gibt's eine Kuscheleinheit und/oder ein Leckerli und weiter geht's. Mein Mann hält das genau so und die Reaktionen der Passanten sind durchwegs positiv. Im Übrigen kann ich es - obwohl keine Hundeangst mehr -  auch nicht leiden, wenn mich beim Joggen ein Hund bedrängt.

"Der tut nix, der will nur spielen!", gibt es bei uns nicht.


 

 

Hier seht ihr mich mit meinem kleinen Fridolin.

Damals ist er ca. 15 Wochen alt und lernt die Welt

außerhalb des Gartens kennen.